Oliver Schaub


Immobilie zum Höchstpreis verkaufen?


OLIVER SCHAUB AKTUELLES

Immobilienpreise boomen – Eigentümer im Siebten Himmel

Es findet derzeit eine Expolosion der deutschen Immobilienpreise historischen Ausmaßes statt. Immobilienkäufer müssen immer tiefer in die Tasche greifen und noch dazu genügend Eigenkapital mitbringen.
 
Prognosen wie „Die Party ist vorbei“, werden Lügen gestraft. In den vergangenen zwölf Monaten gab es einen historischen Anstieg der Immobilienpreise. Immer neue Rekorde werden geknackt und die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser steigen weiter.
 
Im Durchschnitt erfolgte ein Immobilienpreisanstieg innerhalb von zwölf Monaten über 9 Prozent. Es gilt hierbei die Faustregel:Je größer die Stadt, desto stärker die Preissteigerung. Aber auch in kleinen Städten sind die Kaufpreise für Wohnungen deutlich gestiegen. Mit solchen deutschen Zahlen wird sogar der Häusermarkt in China überholt.
Auch der als recht stabil geltende Markt für Einfamilien- und Reihenhäuser, verteuert sich bemerksenswert.
Seit 2010 erfoglte hier ein Anstieg von 25 Prozent.
 
Bei Eigentumswohnungen in den Großstädten ist das Ende des Preisbooms noch nicht in Sicht. Bei Objekten mit gutem Wohnwert stiegen die Preise sogar um 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
 
Besonders verteuert haben sich die Preise in Frankfurt am Main. Ein Ansteig um 30 Prozent wurde verzeichnet. In Köln verteuerten sich Bestandswohnungen um rd. 17 Prozent, in Hamburg um 13 Prozent. Geldpolitik und Stadtflucht lösen ungeahnte Preissteigerungen aus. Als Grund für den anhaltenden Preisboom wird die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) angeführt. Baugeld mit zehnjähriger Zinsbindunsfrist wird aktuell für weniger als 1,1 Prozent jährlichem Effektivzins vergeben.
 


Oliver Schaub informiert: Das kommt auf Besitzer von Wohnimmobilien zu

 

Es kommen viele neue Regeln und Kosten auf Besitzer von Wohnimmobilien zu. Oliver Schaub stellt die wichtigsten Neuerungen vor und erläutert, was für Kosten und Pflichten für die Eigentümer damit verbunden sind.

 

Grunderwerbsteuer

Gleich drei Bundesländer haben die Grunderwerbsteuer zum 1.1.2015 erhöht. Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Brandenburg haben die Steuer auf 6,5 % angehoben. Die gute Nachricht: In den gefragten Metropolen Berlin, Hamburg sowie Leipzig bleibt der Steuersatz unverändert bei 6 % (Berlin) bzw. 4,5 % (Hamburg) und in Sachsen sogar bei nur 3,5 % (Leipzig).

 

Förderung für Klimaschutz

Damit die Bundesregierung ihre selbstgesteckten Klimaziele erreicht, hat sie Förderungen für Immobilienbesitzer eingerichtet. Wer eine neue, verbrauchsärmere Heizung einbaut, Dach oder Wände dämmt oder alternative Energieerzeugung installiert, erhält an 2015 mehr direkte Förderung und dann mehr Ausgaben als bisher von der Steuer absetzen: Und zwar zwischen 10 und 25 Prozent über zehn Jahre verteilt. Und wer sich Rat von einem Experten für die Sanierung holt, kann ab März 2015 60 statt bisher 50 Prozent der Kosten vom Staat zurückholen.

 

Dämmung

Hausbesitzer müssen bis Ende 2015 die oberste Geschossdecke über beheizten Räumen oder wahlweise das Dach selber dämmen. Die Dämmpflicht gilt für alle zugänglichen oberen Geschossdecken, unabhängig davon, ob sie begehbar sind oder nicht. Ausgenommen sind Besitzer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die in ihrer Immobilie mindestens seit 1.2.2002 selber wohnen. Wer also ein Haus neu kauft, muss diese Regelung beachten und mit einer Sanierung rechnen. Der neue Eigentümer hat aber zwei Jahre Zeit, die Dämmung anzubringen. Wer untätig bleibt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

 

Heizung

Nach der Energiesparverordnung (EnEV) müssen Eigentümer dafür Sorge tragen, dass bei heizungstechnischen Anlagen bisher ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich in nicht beheizten Räumen befinden, gedämmt werden. Hier droht ebenfalls ein Bußgeld. Die EnEV schreibt zudem vor, dass Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1.1.1985 eingebaut wurden, nicht mehr betrieben werden dürfen. Ausgenommen sind nur Niedrigtemperatur-Heizkessel und Brennwertkessel.

 

Rauchmelder

Rheinland-Pfalz führte als erstes Bundesland die Rauchwarnmelder-Pflicht Ende 2003. Seitdem sind viele Bundesländer gefolgt und die  Anzahl der bei Bränden verstorbenen Personen sank jährlich. Nun haben Baden-Württemberg und Hessen bereits zum Jahreswechsel nachgezogen. Bis Ende 2015 ist der Einbau von Rauchmeldern in Bestandsbauten auch in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt Pflicht.

 

Kamine

Auch beim klassischen Kachelofen oder Kamin müssen seit Jahresbeginn die Abgaswerte stimmen: Heizungen, die mit festen Bestandstoffen wie Kohle oder Holz betrieben werden, müssen seit 1.1.2015 außer Betrieb genommen werden, wenn sie die gültigen Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid nicht einhalten.

 

Schornsteinfeger

Und dies müssen Sie für Ihre Steuerklärung 2014 wissen: Bis einschließlich 2013 konnten die Leistungen eines Schornsteinfegers in voller Höhe als Handwerkerleistung bei der Steuer abgezogen werden. Ab dem Veranlagungszeitraum 2014 wird der Steuerbonus nur noch für Kehr-, Reparatur- und Wartungsarbeiten gewährt. Mess- und Überprüfungsarbeiten sowie Feuerstättenschauen sind nicht mehr begünstigt. Und aus der Rechnung muss klar hervorgehen, welcher Betrag auf die steuerbegünstigten Arbeiten entfällt.